MODUL 6
Der Lebende, Atmende Knochen

In unserer Praxis begegnen wir täglich Patienten, die zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens und ihrer Entwicklung vielfältigen Arten physiologischer Traumen ausgesetzt waren. Die hoch entwickelte Fertigkeit der Palpation gibt Osteopathen einzigartige Einblicke in die Auswirkungen von Traumen.

In diesem Modul erforschen wir die Auswirkungen von Trauma im Hinblick auf das Wunder der Knochen, Suturen und Gelenke im gesamten Körper, von der morphogenetischen Herkunft bis hin zur flüssigen, kristallinen Natur, von der makroskopischen Ebene der Biotensegrität im Becken bis zur Quantumkohärenz des spezialisierten Gewebes selbst. Wir befassen uns mit dem derzeitigen Forschungsstand bezüglich der Physiologie von Knochen und diskutieren, wie dieses Wissen die traditionellen osteopathischen Konzepte, welche von den Pionieren unserer Profession festgelegt wurden, inspiriert. Wir erforschen die Art und Weise, wie Knochen als „Spiralfedern“ funktionieren und wie sie Kräfte innerhalb des Bindegewebes ableiten. Dies vermittelt uns die Fähigkeit, palpatorisch klar erkennen zu können, wenn diese Funktion durch ein Trauma gestört wurde. Das Beurteilen der Rolle des Femurs innerhalb des Beckens gilt als ein Mittel, die klinische Vorgehensweise bei lumbalen Beschwerden und Problemen im Beckenbereich noch effektiver zu gestalten.

Die Biodynamik des embryologischen metabolen Feldes, innerhalb dessen die unterschiedlichen Knochenarten gebildet werden, wird erörtert. Jeder Knochen des Basikraniums wird ausgiebig studiert, einschließlich angewandter Anatomie, Beziehungen und klinischer Relevanz. Die unterschiedliche Reise eines jeden Knochens hin zu seiner vollständig verknöcherten Form wird aufgezeigt, was uns hilft, die verschiedenen Qualitäten, welche wir in den Strukturen unter unseren Händen spüren, zu verstehen. Das Studium des Wachstums und der Entwicklung des Kraniums innerhalb der ersten 10 Lebensjahre ist nicht nur ein unerlässliches Wissen für die Behandlung von Kindern, sondern auch für das Verständnis dafür, welche Auswirkungen frühere Kindheitstraumen im Erwachsenenalter haben.

Mithilfe dieser Fluida-Modelle studieren wir unterschiedliche Techniken, einschließlich einiger intraoraler Befreiungen, welche über osteopathische Generationen hinweg weitergereicht wurden. Beurteilt man Knochen als spezialisiertes Bindegewebe, dem ähnliche dynamische, fluidale, metabole und kommunikative Eigenschaften zuzuordnen sind wie den Faszien, so werden sie unter unseren Händen lebendig.

Die Muster der Schädelbasis und wie sie sich innerhalb des gesamten Körpers über das bindegewebliche Netzwerk darstellen, und wir dieses Verstehen der Muster in der klinischen Praxis umsetzen können, werden erörtert.

Wie W. G. Sutherland sagte:

„Was sind die Knochen anderes als eine andere Art von Flüssigkeit?“

William Garner Sutherland

Dieser Kurs ist vollgepackt mit angewandten Prinzipien und klinischer Relevanz.