MODUL 3
Osteopathische Medizin

Organe und Systeme

Der bevorstehende Kurs „Osteopathische Medizin“ kombiniert eine Betrachtung der „Prinzipien“ der Osteopathie mit der Möglichkeit, unsere Palpation und unser Wissen der Anatomie innerhalb des Körpers zu erforschen und auszuweiten.

„Mein Ziel ist es, den Osteopathen zum Philosophen zu machen und ihn auf den Fels der Vernunft zu stellen. Dann muss ich mir keine Gedanken darüber machen, die Behandlungsdetails aller Organe im menschlichen Körper niederzuschreiben, da das Ausmaß seines Wissens ihn dazu qualifiziert zu erkennen, was Variationen aller Arten von Form und Bewegung hervorgerufen hat.“

A. T. Still „Research and Practise, S. 38

Unser “Fels der Vernunft” ist unsere Fähigkeit, durch das Verständnis der Architektur der Natur, und wie sie bewegt, nährt, kommuniziert, klärt, reinigt und wieder aufbaut, einen logischen Denkprozess von Auswirkung zu Ursache zu verfolgen. Dr. A. T. Still bezeichnete diese Philosophie und deren Prinzipien von Gesundheit und Krankheit, welche er von seinen Einsichten in die Gesetze der Natur ableitete, Osteopathie.

Unser Verständnis und Übereinkommen darüber, was unsere „osteopathischen Prinzipien“ ausmacht, begründet eine fortlaufende Erforschung und Diskussion. Zudem gewinnen diese Grundlagen mit unserer wachsenden praktischen Erfahrung an Tiefe und Gründlichkeit und sind somit nie „feststehend“. Führt also der Einsatz unserer begrenzten Möglichkeiten unseren Patienten zu helfen unvermeidlich zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit? Durch das Ausprobieren und das sich zu Eigen machen unserer „osteopathischen Prinzipien“ gewinnen wir an Sicherheit im Anwenden einer Methode des Denkens, Rätselns und Fühlens. Dies sind die Sterne, die uns bei Diagnose und Behandlung unserer Patienten hilfreich leiten.

Worauf stützen sich andere, denen nicht diese Fähigkeit der osteopathischen Erörterung zur Verfügung steht? Bei der Supervision frischer Absolventen bemerkte ich, dass sie sehr nervös waren und oft hilflos vor der Frage standen, wo sie mit den Patienten beginnen sollten. Das ist normal, doch ich habe auch beobachtet, dass sie dazu ermutigt wurden, dieses Gefühl der Unzulänglichkeit damit zu füllen sich zunehmend mehr auf medizinisches Wissen verlassen, und falls sie Angst haben, sich an unsere medizinischen Kollegen zu wenden.

Die Referenten dieses Kurses werden verschiedene Perspektiven dessen, was wir als einige der Grundlagen unserer osteopathischen Prinzipien ansehen, vermitteln.

Ein Schwerpunkt wird auch auf der Umsetzung dieser manchmal recht abstrakten „Prinzipien“ in unseren Denkprozess bei der Behandlung der verschiedenen Probleme, mit denen unsere Patienten zu uns kommen, liegen. Wir glauben, dies muss kombiniert werden mit einer Vertrautheit mit unseren inneren Organen und Systemen. Wie fühlt sich beispielsweise eine gesunde Leber oder Lunge oder Niere etc. an? Und wie fühlt es sich an, wenn sie nicht glücklich und gesund sind? Jedem Vortrag folgt ein praktischer Teil, in dem diese Ideen diskutiert sowie Vorgehensweisen der Palaption und Techniken in kleinen Tutorengruppen von 1:4 ausprobiert werden können.