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Kraniale Osteopathie ist nichts anderes als Osteopathie. Es ist die Bezeichnung für eine sehr sanfte und verfeinerte Herangehensweise in der Osteopathie im Einklang mit sämtlichen Prinzipien der Osteopathie und wird nicht nur am Kopf, sondern überall im Körper angewandt. Die Bezeichnung „kraniale Osteopathie“ bezieht sich schlicht darauf, dass Strukturen innerhalb des Kopfes mit einbezogen werden.

Kraniale Osteopathen arbeiten mit einem hochentwickelten Berührungssinn, um sehr feine Veränderungen von Spannung und Gewebequalität in der lebendigen Anatomie des gesamten Körpers wahrzunehmen und um Gebiete zu diagnostizieren, in denen Belastungen und Dysfunktionen vorliegen.

Der/die Osteopath/In wird häufig zu Gebieten im Körper gezogen, die durch frühere Geschehnisse wie beispielsweise alte Unfälle oder Verletzungen beeinträchtigt sind. Der Körper mag gelernt haben, ein traumatisches Ereignis oder eine Verletzung zu kompensieren und der/die Patient/In ist sich möglicherweise gar nicht bewusst, dass ein Problem vorliegt, doch die Auswirkungen können noch immer vorhanden sein und eine Bedeutung für die aktuelle Symptomatik haben.

Wenn Osteopathen daran arbeiten, die innewohnende Fähigkeit des Körpers sich selbst zu heilen zu aktivieren, sind Diagnosestellung und Behandlung eng miteinander verbunden. Durch das Angebot einer sanften und spezifischen Unterstützung in den Gebieten, die dieser Hilfe bedürfen, können die Gewebe in einen Zustand der Balance und des Lösens kommen und so zur Gesundheit zurückkehren.

Bei der Anwendung dieser Vorgehensweise lernt der/die Osteopath/In zuzuhören und von dem inneren Wissen des Körpers um das, was nicht stimmt, geleitet zu werden. Dies kann sich unterscheiden von dem, was der/die Patient/In und der/die Osteopath/In denken. Es hilft der/dem Osteopathin/en die Symptome zu verstehen und deren Ursache zu behandeln und so die Möglichkeit eines Wiederauftretens der Symptome in der Zukunft zu verhindern.

Kraniale Osteopathie ist eine sanfte, sichere und effektive Behandlungsmethode für eine große Bandbreite von Problemen des gesamten Körpers.

Kraniale Behandlungen scheinen so passiv. Wie kann ich wissen, dass irgendetwas passiert?

Das Beobachten einer kranialen Behandlung kann erscheinen, als ob man einer Person beim Lesen eines Buches zuschaut. Von außen gesehen scheint nichts zu passieren. Doch wenn Sie der- oder diejenige sind, der/die das Buch liest, dann werden Sie in eine reichhaltige Welt voller Struktur, Farbe, Tiefe und Gefühlen transportiert. Je weiter Sie lesen, desto mehr entfaltet sich die Geschichte.

Bei einer kranialen Behandlung steht der Behandelnde in einer tiefen Verbindung mit der inneren Welt der lebendigen Anatomie und Physiologie. Hört man aufmerksam zu, so kann der Körper eine Geschichte dessen erzählen, was ihm widerfahren ist, welche Traumata (emotional oder physisch) er erlitten hat und wie er versucht, mit dem Vermächtnis dieser Traumata umzugehen.

In der Behandlung wird der/die Osteopath/In von den Geweben geleitet und unterstützt das Wiederausgleichen oder die Befreiung jener Gewebe, die eine Dysfunktion aufweisen. Der Körper besitzt die faszinierende Fähigkeit sich selbst zu heilen und seine eigene Physiologie in einem Zustand der Gesundheit zu erhalten. Er nutzt das Rebalancieren während einer osteopathischen Behandlung, um wieder zu einer gesunden Physiologie zurückzufinden.

Bei welcher Art von Patienten oder Krankheitsgeschehen kann die kraniale Osteopathie hilfreich sein?

Bei dieser Methode in der Osteopathie geht es nicht darum, eine bestimmte Technik zu benutzen, sondern den ganzen Körper zu betrachten und sie kann bei jeder Patientin und jedem Patienten eingesetzt werden. Kraniale Osteopathie ist weithin bekannt für die Behandlung von Säuglingen, doch sie ist ebenso wirkungsvoll für Kinder, Erwachsene und Senioren.

An jeder osteopathischen Behandlung ist immer der gesamte Körper beteiligt und es können oft in vielen verschiedenen Regionen Verbesserungen wahrgenommen werden. Beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, dass Verdauungsprobleme behoben werden, nachdem aufgrund von Rückenschmerzen die Wirbelsäule oder das Becken behandelt wurden.

Osteopathen und Osteopathinnen behandeln Menschen, nicht Krankheitsgeschehen

Bei jedem Besuch wird der/die Osteopath/In die Symptome, an denen der/die Patient/In leidet, nochmals überprüfen. Dazu gehören all die Schmerzen, Belastungen und emotionalen Geschehnisse. In der Behandlung wird der/die Osteopath/In die Gebiete mit Dysfunktionen im anatomischen oder physiologischen Bereich, die dazu in Bezug stehen könnten, untersuchen und behandeln. Oftmals berichten die Patienten und Patientinnen nach der Behandlung von Verbesserungen vieler unterschiedlicher Symptome.

Wie fühlt sich eine kraniale Behandlung an?

Eine Behandlung mit kranialer Osteopathie ist sehr sanft und entspannend. Während der Behandlung sind sich einige Menschen unterschiedlicher Wahrnehmungen bewusst, wie beispielsweise sanfte Spannungen, ein Ziehen oder einer Empfindlichkeit, die langsam verschwinden, oder Gefühlen von Wärme und Entspannung. Andere Menschen nehmen nicht wahr, dass überhaupt irgendetwas während der Behandlung geschieht, sind sich aber beim Aufstehen von der Bank nach der Behandlung bewusst darüber, dass sie sich sehr verändert fühlen. Die meisten Menschen kommen während der Behandlung in einen Zustand tiefer Entspannung und es ist nicht ungewöhnlich, dass sie bei der Behandlung einschlafen.

Gibt es eine wissenschaftliche Basis für die kraniale Osteopathie?

Es ist schwierig, die kraniale Osteopathie „zu beweisen“. Doch das moderne wissenschaftliche Verständnis der Physiologie, insbesondere der Physiologie von Faszien und dem Elektromagnetismus im Körper, bestätigen zunehmend die Theorie und palpatorischen Erfahrungen von kranialen Osteopathen. Es gibt auch eine Reihe von klinischen Studien, die den Effekt der kranialen Osteopathie untersuchen.

Was ist Osteopathie?

„Die Osteopathie ist eine Philosophie der Gesundheitsversorgung, welche anerkennt, dass der lebende Körper ein selbsterneuerndes, selbstregenerierendes, selbstheilendes System ist, das über den Verlauf des gesamten Lebens fortwährend die Gesundheit aufrechterhält. Wann immer das gesundheiterhaltende System beeinträchtigt ist, können sich Symptome oder Krankheiten entwickeln. Statt sich um die daraus resultierenden Zustände zu kümmern, befasst sich die Osteopathie mit dem, was die Gesundheit beeinträchtigt hat.

In Großbritannien werden Osteopathen seit 1993 durch die Gesetzgebung reguliert. Sie sind sowohl in der konventionellen Diagnosestellung ausgebildet als auch darin, ihre Hände zur Beurteilung von Körperfunktionen und -dysfunktionen einzusetzen. Dies gibt dem Osteopathen einzigartige feinfühlige Informationen im Hinblick auf die Gebrechen innerhalb des Körpers und darüber, wie diese Einsicht dazu genutzt werden könnte, die Gesundheit wieder herzustellen.

Obwohl die Menschen ihre Symptome für gewöhnlich mit Begriffen konventioneller medizinischer Krankheitsgeschehen beschreiben, behandeln Osteopathen nicht primär medizinische Krankheitsgeschehen. Sie befassen sich mehr mit der Kaskade der Ereignisse, die zur Entwicklung dieser medizinischen Krankheitsgeschehen ihren Teil beigetragen haben könnten.“

— Osteopathic Alliance